Isola Rossa

Auch in unserem Meeresschutzgebiet gibt es eine „rote Insel“, ein Name, der fast überall auftauchende Klippen, Sandbänke oder kleinere Inseln bezeichnet. Tatsächlich jedoch heißt diese Insel, die wir aus Bequemlichkeit so nennen, Isolotto del Reulino. Es handelt sich um eine rote Granitformation, nur wenige hundert Meter vom Festland entfernt, gegenüber der Stelle, wo am 31. Dezember 1974 das griechische Schiff Chrisso auf Klippen aufgelaufen ist.

Diese Insel, die sich nicht höher als 20 m über dem Meer erhebt, ist von einer dichten mediterranen Vegetation überzogen, wo gegen Sommeranfang die kleinen Möwen schlüpfen und somit ein ununterbrochener Flug von Vögeln zu beobachten ist, die ihren Nachwuchs ernähren.

In den darauffolgenden Wochen, wenn das Boot an der Boje des Parks vertäut ist, warten die Taucher häufig, bevor sie abtauchen, um die kleinen Möwen bei ihren ersten Flugversuchen zu beobachten, die sich im Wasser ohne jegliche Scheu annähern lassen.

Unter Wasser befindet man sich in einer sich ständig wandelnden Welt. Man beginnt an einem Geröllfeld, das von einem Teppich von Codium (Grüner Leuchter oder Feltalge) überzogen ist, eine Grünalge mit einer typisch runden Form, um dann über eine riesige Neptungraswiese zu schwimmen, zwischen deren Halmen elegante, sehr schöne Zylinderrosen aufragen.

In den Spalten eines großen Felsbrockens, der bis zur Wasseroberfläche aufragt und von Schwämmen überzogen ist, verbergen sich einige Krebse; in östlicher Richtung nimmt die Tiefe allmählich zu, sinkt aber nicht unter 18 m, wenn man dem Felsrücken folgt, der auch die Entfernung vom Boot kennzeichnet, über die hinaus man sich nicht begeben darf.

Auf dem Rückweg, eine weitere Entdeckung: In einem ausgedehnten Sand- und Geröllfeld liegen hunderte Bruchstücke von Amphoren aus verschiedenen Zeiten, die immer wieder daran erinnern, wie gefährlich die Schifffahrt in diesen Gewässern ist.

Ein einfacher, jedoch sehr interessanter Tauchgang, auch nachts.

Tauchschein, mindestens: Open Water
Depth: -18