Tedjaliscia 2

Betrachtet man die Südküste von Tavolara aus einiger Entfernung, so kann man diese Tauchstelle leicht erkennen, da sich in 100 m Höhe ein riesiger Felsen darüber erhebt, vermutlich der letzte Teil einer großen Felswand, die in Urzeiten eingestürzt und unter Wasser verschwunden ist.

Das Boot wird an der Boje des Parco vertäut, und wenn man den Blick zu diesem Kalksteinriesen erhebt, verspürt man immer wieder ein besonderes Gefühl, aber auch etwas Sorge, wenn man ihn vom Meer aus betrachtet, denn auf dem Grund kann man Kalksteinbrocken sehen, die sich von der sich ständig verändernden Gesteinswand abgelöst haben.

In den helleren Bereichen leben unter der dünnen Algenfilzschicht Einsiedlerkrebse jeder Art, rote Seesterne, viele Geißbrassen, während die Felsen in den dunkleren Bereichen von roten Algen, Gorgonien und Schwämmen überzogen sind.

In anderen Bereichen beobachtet man große Schwärme von Meerraben, Geißbrassen, Goldbrassen, zusammen mit den überall gegenwärtigen schwarzen Mönchsfischen, den roten Mittelmeer-Kardinalbarschen, den Anthias, den Mademoisellefischen, den Goldstriemen. In nur wenigen Metern Tiefe trifft man auf der Neptungraswiese, die nicht weit vom Eintrittspunkt entfernt ist, auf viele mittelgroße Zackenbarsche, die ungestört ihre Bahnen ziehen, da sie sich an die Anwesenheit der Taucher gewöhnt haben.

Taucht man noch weiter ab, findet man in den Spalten und Höhlen, die sich durch die Überlagerung der eingestürzten Felsen gebildet haben, aber auch dort, wo das Neptungras endet und der Sand beginnt, kleine Langusten, Muränen, einen Seeaal von beachtlichen Ausmaßen, und, mit ein bisschen Vorsicht, auch einige sehr große Zackenbarsche in Begleitung von Zahnbrassen und Stachelmakrelen.